Gilching ist mit Fernwärme auf richtigem Weg

Gemeinderat bewilligt Darlehen für weiteren Ausbau des regenerativen Wärmenetzes der Gemeindewerke Gilching – Perspektive für Ersatz von Öl und Gas

Der Gilchinger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag (24. Mai) den Gemeindewerken Gilching ein Darlehen von 5,6 Millionen Euro bewilligt. Es dient dem weiteren Ausbau des Wärmenetzes in der Gemeinde und kann in Tranchen bis 2029 abgerufen werden.

Die Wärmewende ist der größte Hebel für die Energiewende und damit für den dringend gebotenen Klimaschutz. Durch die dramatische aktuelle Entwicklung am Energiemarkt wie die drohende Gasmangellage und die explodierenden Preise für Öl, Gas und Kohle sprechen weitere gute Gründe für die Fernwärme. Die Gilchinger Fernwärme wird mit lokaler, erneuerbarer Energie produziert. Damit ist sie weitgehend unabhängig von Energieimporten – die Versorgung ist sicher. Die Entscheidung des Gemeinderats im Jahr 2016, in Gilching eine nachhaltige Fernwärmeversorgung aufzubauen, erweist sich heute für die Bürgerschaft als richtiger denn je.

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung des Wärmenetzes, allerdings braucht der Ausbau seine Zeit und wird aufgrund der aktuellen Entwicklungen auch teurer. Fernwärmeleitungen aus Stahl zum Beispiel kosten deutlich mehr als noch vor einem Jahr – wegen der gestiegenen Energiepreise zu deren Herstellung sowie der Störung der Lieferketten durch die Corona-Pandemie und den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Das wirkt sich auch auf die Wärmepreise für Neukunden in Gilching aus: Mitte Mai mussten wir ihre Preise auf 87 Euro pro Megawattstunde anpassen. Die Preise für Bestandskunden bleiben unverändert. Sie sind über 10 Jahre fix und unterliegen nur den festgelegten Preisgleitklauseln. Die Preissprünge bei Öl und Gas liegen weit darüber.

Ökologisch nachhaltige und wirtschaftlich vertretbare Fernwärmeversorgung für Gilching

Als 100-prozentige Tochter der Gemeinde sind die Gemeindewerke nicht renditegetrieben. Wir bauen eine ökologisch nachhaltige und wirtschaftlich vertretbare Fernwärmeversorgung für die Bürgerinnen und Bürger auf. Ende Juni soll es losgehen mit dem Bauabschnitt 2 des Wärmenetz-Ausbaus; die Leitungen sind ausgeschrieben, wir warten auf die ersten Ergebnisse. In diesem Teilprojekt wird die Verbindung von der Heizzentrale im Gewerbepark Ost bis zur Landsberger Straße hergestellt. Die Trasse wird in der Landsberger Straße ab der James-Krüss-Grundschule weiter in Richtung Autobahn verlegt. Bauabschnitt 3 ist für das Jahr 2023 geplant. Dann werden die Sonnenstraße und das Ortszentrum für Fernwärme erschlossen.

Für die Energieversorgung setzen die Gemeindewerke wie in Pullach oder Freiham auf Energie aus Tiefengeothermie. Wir verhandeln mit Silenos Energy Geothermie Gauting Interkommunal GmbH und Co. KG. Das Unternehmen will heißes Wasser in der Nähe des Flughafens Oberpfaffenhofen fördern. Das Genehmigungsverfahren für die Tiefengeothermie-Bohrungen läuft.

Aktuell sind 17 Gebäude bereits an das Wärmenetz angeschlossen, es umfasst aktuell 2 Kilometer. Bis zum Jahr 2050 wollen wir ein rund 31 Kilometer langes Wärmenetz aufgebaut haben und mehr als 1.000 Anschlüsse mit klimaneutraler Wärme versorgen.